Tagebuch - Dezember 2017

Sonntag, 17. Dezember 2017

Die halbe letzte Nacht habe ich gegen Wikipedia angeträumt. Wikipedia war ein stolzes Schiff, das sich aufbäumte wie ein Löwe. Am Bug aber, hoch über mir, stand der Kapitän und rief in ein ehernes Horn: Land ahoi! Dagegen gab's nichts einzuwenden.

Mein Lehrer selig vermerkte dazu, mit blauem Stift, am Rand: Sowas träumt man nicht! Vielleicht hatte er recht.

 

Samstag, 16. Dezember 2017

NZZ. – Warum? frag ich mich jedesmal, warum hab ich die alte Tante noch immer abonniert? Warum lass ich mich jedesmal wieder von Meinungsmachern wie zum Beispiel (nur zum Beispiel) so einem Eric Guyer (stelle mir vor: krawattierter Tarzan kämpft gegen ein Heer von ignoranten Dinosauriern) in Rage versetzen? Warum bloss? Jedesmal, wirklich jedesmal werde ich es mir überlegen müssen.

 

Donnerstag, 14. April 2017

Bern bei Regen. – Keine Sicht auf die Alpen. Aber die Geborgenheit unter den Arkaden! So geborgen, dass kein Durchkommen ist. Ein zäher Flanierstrom ohne Überholspur. Die Flaneuere: Chinesen, Japaner, Deutsche, Zürcher, Berner. Sogar Schwarze mit gemütlichster Berner Mundart. Und auf dem Bundesplatz (oder ist das der Bärenplatz?, oder war das vielleicht an einem sonnigeren Tag?) eine alphornierende Japanerin, die genau so über das Alphorn-Fa stolpert wie jeder xbeliebige eidgenössische Alphornist. [Dabei ist doch das Alphorn (was ich erst seit kurzem weiss) ein Blechblasinstrument, wohingegen das blecherne Saxophon (was ich schon lange weiss) ein Holzblasinstrument ist.] Doch Ernst beiseite: Die Arkaden sind eine wunderbare Einrichtung, ein vollwertiger Ersatz für das Alpenpanorama – wenn's regnet, jedenfalls. Und jeden Mittwoch freue ich mich, wenn's denn stimmt, kindlich auf einen regnerischen Berner-Donnerstag.

 

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Basler Möwen ambulant

tauben

 

Montag, 11. Dezember 2017

Mundart.Der het Wäschpi am Füdle. Er cha nid hocke. (aufgeschnappt aus einem Handy-Gespräch im Zug)