Tagebuch - September/Oktober 2016

Dienstag, 6. September

Basel Abendstimmung

Bsel – as usual

Sonntag, 4. September 2016

G20-Gipfel in Hangzhou. Das notiere ich nicht, weil mich der Gipfel der Gipfel interessieren würde – eben haben alle weit mehr als 20 Teilnehmer, einer nach dem andern den langen, fahnenflankierten Saal durchschritten, um in dessen (vermutlicher) Mitte dem Gastgeber Xi Jinping die Hand zu schütteln und ihm, dem keine Miene Verziehenden, mit forciertem Lächeln ein Dankeschön entgegenzustrahlen –, nein, bei Gott, nicht weil mich das gefrorene Spektakel und dessen Akteure interessieren würden, notiere ich dies, sondern weil ich vermutlich bald selbst in jenem Hangzhou sein werde, wo sich mir alsdann vielleicht etwas von dem Geheimnis offenbaren wird, das hinter diesem (wie allen) chinesischen Namen sich verbirgt.

Freitag, 2. September 2016

Lektüre:

da
standen
nun
koloss
und
       sein
       fistelnder
       bruder
       foloss
       dicht
sandstein an mullstein

foloss war fodisch gekleidet
koloss blieb ungeshungt
 

(Dagmara Kraus)

Sicherlich gehört zu einem angemessenen Verständnis dieses Gedichts die Kenntnis der vorangegangenen Gedichte zumindest des Zyklus "mulle" aus dem roughbook Nr. 036 (urs engeler editor). Verraten sei nur so viel, dass der Mull, der zur angestrebten Vermullung alles Altägyptischen Verwendung fand, von dem chinesischen Händler GONG GO SHUNG geliefert wurde, der "just for der formullung" des zweiten Kolosses "foglückte" (vermutlich verunglückte), so dass eben dieser zweite Koloss, wie das zitierte Gedicht berichtet, ungeshungt blieb.