Walter Morgenthaler
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Tagebuch 2014

Montag, 12. Mai 2014

Newcomer. — Scham, über das eigene Schreiben zu reden, vor allem unter Freunden. (Auch Hemmungen, diese meine Homepage zu erwähnen, die A. als narzisstische Entblössung und B. als unnötigen Dilettantismus empfinden könnten). Angst vor der Öffentlichkeit, sofern ich mich nicht hinter Gottfried Keller oder einem wissenschaftlichen Thema, das ich zu beherrschen glaube, verstecken kann.

Ich habe einen Text geschrieben für ein Büchlein, in dem auch 36 andere geschrieben haben. Die Sechsunddreißig verschaffen mir die Berechtigung, ja die Verpflichtung, das Büchlein zu mögen, zu propagieren, ihm möglichst viel Aufmerksamkeit zu wünschen und sogar mich selbst dabei en passant zu erwähnen. Außerdem war der Text für das Büchlein, das ich meine, ein Auftragstext, was ihm jedenfalls den Anschein einer gewissen objektiven Wünschbarkeit verschafft. Besagtes Büchlein trägt den Titel Handbuch der Ratlosigkeit. Ist es nicht eine schöne Sache, gemeinsam ratlos sein zu müssen?
 

Dienstag, 13. Mai 2014

kakao3

So grün ist das Kakao-Embryo auf dem Dach der unterirdischen Garage inzwischen geworden.

PUMPEN
SAUGEN
BEGRÜNEN

(vgl. 1. März 2014)

Mittwoch, 14. Mai 2014

Eine späte Entdeckung: Hamo (Hans Morgenthaler), ein Namensvetter (1890 - 1928). Sehr verdienstvolle Anthologie von Roger Perret:

Hamo, der letzte fromme Europäer. Sein Leben, seine Versuche und Anstrengungen. Basel: Lenos 1982.

Hans Morgenthaler wurde 1890, im Todesjahr Gottfried Kellers, in Burgdorf geboren. Perret versucht, das Offene und Unbändige von Hamos Hinterlassenschaft in einem «Lesebuch» auszubreiten und zugleich einzudämmen: mit Einstreuung anderer zeitgenössischer Texte, eigenen Betitelungen, eigenem essayistisch-kommentierendem Beiwerk.
Vielleicht wäre es jetzt, wo wir einiges wissen, an der Zeit, Hamos Schriften (vom Tagebuch bis zum spärlich gedruckten Werk) ungehemmter und vollständiger fließen zu lassen. Der Nachlass befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv.

Testament

Ich sterbe fröhlich!
Unsterblich verliebt in ein schönes Gesicht!
Ein Mensch, der so verliebt stirbt wie ich,
Kann unmöglich völlig verloren gehn!

(Perret 1982, S. 414)

Freitag, 16. Mai 2014

Hamo an Emo:

Grittli ist mir so plausibel, als hätte ich schon seinerzeit vor zehn Jahren in Japan als Krokodil ein Jahrhundert lang im warmen Schlamm mit ihr gelegen […]
(Der kuriose Dichter Hans Morgenthaler. Briefwechsel mit Ernst Morgenthaler und Hermann Hesse. Hrsg. v. Roger Perret. Basel: Lenos 1983, S. 295)

Ein grob-zärtlicher Sternstundensatz, als Brief-Postskript. So hin und wieder ein Stern, der zwischen den schwer erträglichen und auf weite Strecken eintönigen und wiederkäuerischen Wüsten von Hamos Selbstverlautbarungen aufscheint.

Montag, 19. Mai 2014

Sie lag jetzt auf dem Rücken, als wollte sie die Sonne vom Himmel herunter umarmen. Wie ein Nixlein am Strand, ein harmloses «Noch-fast-gar-nichts-lein!»
(Hans Morgenthaler: Woly. Ein Sommer im Süden. Zürich/Leipzig 1924, S. 114)

Wie schön würden solche Sätze vom Hamo-Himmel strahlen, wenn sie nicht von tausend anderen umrahmt wären, die sich an einem verqueren Frauenbild abquälen, dass Gott erbarm.

Mittwoch, 21. Mai 2014

Antiquariatstag. — Einigen meiner älteren Bücher habe ich versucht, eine neue, würdige Bleibe im Antiquariat zu verschaffen. Also bin ich von Antiquariat zu Antiquariat gezogen. An der ersten Anlaufstelle, interessiert an Geschichtlichem, wollte man mit Stockflecken nichts zu tun haben. Überhaupt sei alles von mir Mitgebrachte heute mehr oder weniger unverkäuflich. Mit Johannes Müllers Geschichten schweizerischer Eidgenossenschaft brauche ich nicht zu kommen. Gottfried Keller ziehe gar nicht – Gerhard Meier jedoch käme in Frage. Den kann ich aber nicht entbehren. «Sehen Sie!» Für ein Adligen-Verzeichnis, das ich einst für 150 Franken erworben, blättert mir die Dame zwanzig Franken hin, was ich freundlichst verdanke.

Am zweiten Ort haben Gesamtausgaben keinen Platz mehr. Aber auch die Frakturschrift nicht. Es ist, wie mir versichert wird, jammerschade, aber die Zeiten … Null Treffer.

Auch die dritte Dame (alles Antiquarinnen!) will meine Keller-Volks-Ausgabe aus der ehemaligen DDR (immer haben sie die Bibliothek Deutscher Klassiker feilgeboten!) nicht. Heute, wo es andere Ausgaben mit besserer Auswahl gibt … Darauf wäre ich nicht gekommen! Stehe da wie einer, der nicht weiss, was er in Händen hält (denke ich, dass sie denkt). Der Sache überdrüssig, biete ich an, ihr die fünf Bändchen zu schenken. Das wird akzeptiert. Ich kann mir dafür ein anderes Buch, für zehn Franken, aussuchen. Ich wähle, um noch ein bisschen Spaß zu haben, ein Taschenbuch von Tomi Ungerer und verabschiede mich dankend.

Zum schlechten Schluss bringe ich die restliche Bagage (aufgepäppelt mit ein paar neuwertigen illustrierten Bänden über das alte Ägypten und über deutsche Kunstdenkmäler) ins Brockenhaus. Das neue Zeug nehmen sie gerne an, dafür werden sie die Frakturbände gratis entsorgen, falls ich nichts dagegen habe. Natürlich habe ich nichts dagegen, obwohl ich sehr viel dagegen habe.

P.S. Der Ungerer ist gar nicht so lustig, wie ich es mir erhofft habe.

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