Tagebuch 2014
Mittwoch, 20. August 2014
Soll ich mich nun – mir selbst oder wem gegenüber? – outen und gestehen, dass ich diese Sendung mit den Quasi-Promis im Bigbrother-Experiment kucke? Einmal, zweimal, manchmal, ziemlich ein paarmal. Soll ich mich outen und gestehen, dass ich dieses Zeug nicht schlimmer und jedenfalls nicht weniger spannend als anderes Zeug (Tatort zum Beispiel) finde?
Donnerstag, 21. August 2014
Schnell eine neue Eintragung, damit die vorhergehende nicht zu auffällig dasteht. Auf dass ich nicht von den bekennenden Tatort-Fans gevierteilt werde.
Mittwoch, 27. August 2014
Gestern: ein Abend auf der Zürcher Landiwiese mit Lutz und Guggisberg.
Die ganze Gegenwart, zerhäckselt in tausend Fetzchen, die in ein Kaleidoskop gepackt, tüchtig durchgeschüttelt und mit scharfwitzigem Traumdeuter-Auge auskommentiert werden. Famos!
Mit Dank an die beiden Wort- und Tonkünstler
W. M.
Donnerstag, 28. August 2014
Hans Zeller, der Herausgeber der Historisch-kritischen C. F. Meyer-Ausgabe und einer der maßgeblichsten Editoren in der neueren Literaturwissenschaft, ist heute gestorben.
(vgl. den Aufsatz Ein wegweisender Editor).
Samstag, 6. September 2014
Meine Scheu, Bücher zu Ende zu lesen, vor allem dicke. Den Schluss des "Unendlichen Spaßes" von Wallace schiebe ich seit Wochen vor mich her, habe auch Neues von Wallace begonnen oder schon bestellt. Und das, obwohl (oder gerade weil) ich ihn für absolut unverzichtbar halte und mir selbst geschworen habe, dass mir die Zeit für Wallace-Lektüren nie zu kostbar sein soll – einiges ausgenommen wie das unsorgfältig gemachte, vielleicht schlecht übersetzte, jedenfalls miserabel lektorierte und gestaltete (bei Goldmann erschienene) Kreuzfahrt-Buch mit dem geistlosen Titel "Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich".
Sonntag, 21. September 2014

Himmels-Aquarium.